Aluminiumaufbereitung bei engen PlatzverhältnissenHohe Sortenreinheit trotz Störstoffen: Neuartige Komplettanlage mit drei Betriebsmodi filtert sicher Recycling-Aluminium aus schwierigem Inputmaterial.
Laut Statistiken der IKB Deutsche Industriebank AG stieg die weltweite Produktion von Primäraluminium im Jahr 2020 um 3,1 Prozent auf 65,3 Mio. t an. Zudem wurden rund 11,8 Mio. t des Leichtmetalls recycelt. Vor allem bei Aluminiumschrott spielt die Sortenreinheit eine große Rolle für die spätere Verarbeitbarkeit. Um das Material möglichst rein und damit gewinnbringend an aluminiumverarbeitende Betriebe weiterverkaufen zu können, benötigte ein österreichisches Unternehmen neue Anlagen zur Zerkleinerung und Trennung verschiedener Inputmaterialien. Die Herausforderung dabei: Die bei der Zerkleinerung entstehenden Aluminiumstäube sowie Aluminiumlegierungen mit Magnesiumbeimischungen sind leicht entzündlich, sodass für die Anlage akute Brand- und Explosionsgefahr besteht. Damit die Sicherheit der Maschinen und der Mitarbeiter jederzeit gewährleistet ist, kooperierte das Unternehmen mit der Erdwich Zerkleinerungs-Systeme GmbH. Der erfahrene Betrieb aus dem bayerischen Igling realisiert ein spezielles Anlagenkonzept, das nicht nur eine nahezu sortenreine Trennung der Materialien ermöglicht, sondern auch drei verschiedene Betriebsmodi für eine möglichst flexible Aufbereitung zulässt.
Metalle zählen aktuell zu den begehrtesten Rohstoffen weltweit: Allein der Aluminiumpreis stieg seit Anfang Juli 2020 innerhalb eines Jahres von circa 1.620 USD/t auf mehr als 2.550 USD/t. Der Vorteil von Aluminium ist, dass sich das Metall nahezu beliebig oft einschmelzen und zu verschiedenen Produkten verarbeiten lässt. Für die Wiederaufbereitung von Aluminiumschrott müssen außerdem lediglich 5 Prozent der für die Herstellung von Primäraluminium notwendigen Energie aufgewendet werden. Doch damit verarbeitende Betriebe wie Automobilhersteller oder Produzenten von Elektronikartikeln sowie Verpackungsmaterialien den Rohstoff zu den geforderten Preisen abnehmen, müssen die Recyclingunternehmen möglichst sortenreines Material liefern, das sich ohne Zeitverzögerung einschmelzen und weiterverarbeiten lässt.
Da die metallverarbeitenden Betriebe jedoch zunehmend nach sortenreinen Recyclingmaterialien verlangten, beschloss die Geschäftsführung im Jahr 2019, das gesamte Anlagenkonzept in Bezug auf die Aufbereitung von Aluminiumschrott zu optimieren. Für die Umsetzung beauftragte der Betrieb aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Zweiwellenreißer erneut die Experten für Zerkleinerungs-Systeme von Erdwich. Doch mit einer einzelnen Maschine war es dieses Mal nicht getan: Um möglichst flexibel auf unterschiedliche Inputmaterialien reagieren zu können, plante und realisierte das Iglinger Unternehmen ein komplettes Anlagenkonzept, in welches der bereits vorhandene Zweiwellenreißer integriert wurde. Ergänzt wurde die Zerkleinerungsanlage durch eine ebenfalls von Erdwich entwickelte Hammermühle. Dabei galt es, mehrere Herausforderungen gleichzeitig zu lösen. „Der für die Anlage verfügbare Platz war zum einen auf eine sehr enge, halboffene Halle begrenzt, was eine zentimetergenaue und vorausschauende Planung erforderte“, erklärt Harald Erdwich, Geschäftsführer der Erdwich Zerkleinerungs-Systeme GmbH. „Zum anderen besteht das Inputmaterial aus teilweise undefinierbaren Bestandteilen wie nicht-metallhaltigen Störstoffen oder sogar Massiveisenteilen, wodurch die Sortierung erschwert wurde. Deshalb war es nötig, mehrere Verfahren und entsprechende Anlagen zur Trennung unterschiedlicher Materialien und Legierungen zu implementieren.“
Doch nicht immer setzen sich die Inputfraktionen gleichermaßen zusammen. Um flexibler reagieren zu können, realisierte Erdwich deshalb ein bislang einzigartiges Konzept: Für die effiziente Bearbeitung des Materials sind drei verschiedene Modi einstellbar. „Im Modus A wird der Aluminiumschrott direkt mittels Greifer oder Stapler in den Vorzerkleinerer RM1350 geleitet und anschließend mittels unserer Hammermühle HA800 nachzerkleinert“, berichtet Erdwich. „Die Mischfraktionen werden mithilfe verschiedener Sortiertechniken getrennt und anschließend in kundenseitige Behälter ausgetragen.“ Der Modus B ermöglicht die schnellere Aufbereitung von reinem Aluminiumschrott. Nach der Zerkleinerung im Zweiwellenreißer wird eine Trennung von FE- und V2A-Material mittels zweifacher Magnetstufe durchgeführt; der Austrag erfolgt mittels schwenkbarem Haldenband in die vorhandenen Container.
Die Outputfraktionen sind nach der Zerkleinerung mit der Hammermühle nur noch circa 70 mm groß, sodass sich das Material einfach transportieren und später wieder einschmelzen lässt. Eventuelle Änderungen bei der Zusammensetzung des Inputmaterials stellen kein Problem dar, denn durch die drei verschiedenen Betriebsmodi und die innovativen Sortiertechniken lassen sich auch andere Schrottarten schonend aufbereiten. Dabei sind weder Verstopfungen noch Maschinenbrüche zu befürchten. Mit der komplett von Erdwich geplanten und realisierten Anlage ist das Unternehmen optimal für die Zukunft gerüstet und kann sich einfach und schnell auf Neuentwicklungen bei der Schrottaufbereitung einstellen, ohne langwierige Reparaturen und Stillstandzeiten in Kauf nehmen zu müssen.
Um die unterschiedlichen Inputfraktionen voneinander zu trennen, werden verschiedene Sortierverfahren in die Gesamtanlage integriert. Im Modus A wird der Aluminiumschrott direkt mittels Greifer oder Stapler in den Vorzerkleinerer, den RM1350, geleitet und
Die Outputfraktionen sind nach der Zerkleinerung mit der Hammermühle nur noch circa 70 mm groß, sodass sich das Material einfach transportieren und später wieder einschmelzen lässt.
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