In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld stehen Betreiber von Schüttgut- und Flüssigkeitsanlagen unter wachsendem Druck: Investitionen müssen flexibler werden, Anlagen effizienter laufen und Prozesse transparenter sein. Welche konkreten Antworten die Branche darauf gibt, zeigte die GREIF-VELOX CONNECT 2026 in Lübeck.
Mit 115 Fachbesuchern, 22 Partnerunternehmen und zehn Fachvorträgen setzte die Hausmesse ein klares Signal: Der Schlüssel liegt in vernetztem Denken, modularen Technologien und neuen Geschäftsmodellen.
Fokus auf Praxis: Anlagen live im Betrieb
Anders als klassische Messen setzt das Format bewusst auf Nähe zur Anwendung: Besucher konnten Maschinen direkt in der Produktion erleben – inklusive aktueller Retrofit-Projekte.
Im Zentrum stand unter anderem der BVP-Bruttopneumatik-Packer, der mit zusätzlichen Automatisierungs- und Sicherheitsmodulen erweitert wird. Dazu zählen:
- automatische Sackzuführung
- Ventiltechnik-Lösungen wie ValvoCare und ValvoSeal
- modulare Erweiterungen für bestehende Linien
Ein entscheidender Vorteil: Die Lösungen sind nicht auf Neuanlagen beschränkt, sondern lassen sich auch in bestehende Fremdmaschinen integrieren. Für Betreiber bedeutet das:
→ schrittweise Modernisierung statt Komplettinvestition
Essential Line: Maschinen schneller verfügbar machen
Ein zentrales Thema der CONNECT war die sogenannte Essential Line – ein standardisiertes Maschinenkonzept mit klarer wirtschaftlicher Zielsetzung:
- vorkonfigurierte Lösungen für rund 80 % der typischen Anwendungen
- deutlich reduzierter Engineering-Aufwand
- Lieferzeiten von etwa vier Wochen statt drei bis vier Monaten
Gerade in unsicheren Marktphasen wird Geschwindigkeit zum Wettbewerbsfaktor. Die Essential Line adressiert genau diesen Punkt:
Planbarkeit, Verfügbarkeit und Investitionssicherheit.
Pay-per-Use statt Kapitalbindung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Packaging as a Service (PaaS). Gemeinsam mit Partnern wie CHG-MERIDIAN zeigte GREIF-VELOX, wie moderne Finanzierungsmodelle Investitionsbarrieren abbauen.
Im Fokus: das Pay-per-Use-Modell, bei dem sich die Kosten direkt am Produktionsvolumen orientieren.
Vorteile für Betreiber:
- keine hohe Anfangsinvestition
- variable Kostenstruktur
- bessere Bilanzsteuerung
- Möglichkeit von Pilot- oder Testphasen
Gerade in Zeiten schwankender Nachfrage gewinnt dieses Modell an Bedeutung – Investitionen werden zu skalierbaren Betriebskosten.
KI in der Produktion: Vom Buzzword zur Anwendung
Künstliche Intelligenz war eines der dominierenden Gesprächsthemen der Veranstaltung – allerdings mit klarem Praxisbezug.
GREIF-VELOX zeigte konkrete Einsatzfelder:
- Condition Monitoring zur Früherkennung von Anlagenproblemen
- Preventive Maintenance auf Basis realer Betriebsdaten
- Predictive Maintenance mit vorausschauender Wartung
- OEE-Analyse und -Optimierung
- Datenbasierte Prozessoptimierung
Ergänzt wird dies durch neue Serviceansätze wie:
- Remote Monitoring
- digitaler Ersatzteilkatalog
- perspektivisch: AR-gestützte Wartung
Damit wird deutlich: Digitalisierung ist kein Zukunftsthema mehr – sondern operativer Alltag.
Netzwerk als Erfolgsfaktor
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Branchenveranstaltungen ist das Format selbst:
Direkter Austausch statt reiner Produktpräsentation.
Die Bündelung aller Aktivitäten auf dem Werksgelände verstärkte den Dialog zwischen:
- Anlagenbetreibern
- Technologiepartnern
- Maschinenherstellern
Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen blieb die Nachfrage hoch – ein deutliches Zeichen für den Bedarf an praxisnahen Austauschformaten.
Fazit: Lösungen statt Visionen
Die GREIF-VELOX CONNECT 2026 zeigte vor allem eines:
Die Branche sucht weniger nach Visionen als nach konkreten, umsetzbaren Lösungen.
Drei Trends stechen besonders hervor:
Modularisierung statt Komplettumbau
Flexibilisierung von Investitionen
Datenbasierte Optimierung von Prozessen
Oder anders formuliert:
Effizienz entsteht heute im Zusammenspiel aus Technologie, Finanzierung und Vernetzung.
Die Fortsetzung ist bereits gesetzt – auch 2027 soll die CONNECT wieder stattfinden.